Start   Kontakt/Impressum  ENGLISH
  Übersicht   Afrika, Nahost & Arabische Halbinsel   Amerika & Karibik   Asien   Australien & Pazifik   Europa

Zielsetzung und Hintergrund

Im Frühjahr 1995 zeichnet sich in den Tourismusdebatten eine Art von Zeitenwende ab. Die Kritik an den Folgen der weltweit ungehemmten touristischen Erschließung von Ferienzielen war, so schien es, in den Tourismusunternehmen endlich angekommen und hatte dort für reichlich Veränderungen gesorgt. Allerdings nur in Bezug auf das Thema Umwelt! In einer ganzen Reihe von Firmen fanden sich Umweltbeauftragte, es gab Umweltwettbewerbe, einzelne Reiseveranstalter unterzogen sich gar einem Öko-Audit und die zahlreichen Bemühungen um Öko-Gütesiegel hatten zu diesem Zeitpunkt fast schon inflationäre Tendenzen angenommen.

Doch der ursprüngliche Ansatz der Kritiker, den Tourismus in erster Linie sozialverantwortlich zu gestalten - für und mit den Menschen, für und in ihrer Mitwelt -, genau dieser Gedanke drohte angesichts der Fokussierung auf "Umwelt" nun endgültig ins Abseits zu geraten. Aber: Wer sozialverantwortlich handeln will, muss zwangsläufig auch umweltverträglich handeln, weil er sonst nicht sozialverantwortlich denkt. Wer aber sozialverantwortlich denkt, muss gleichzeitig auch noch das Recht auf Mitbestimmung und Teilhabe zulassen; das Recht auf eigenständige Entwicklung und das Recht auf Abwehr oder Verneinung - beispielsweise des westlichen Lebensstils.

Weil dies alles in der damals einseitigen Fixierung auf "Öko" unterzugehen drohte, hat sich der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung 1995 entschlossen, den "TO DO! - Wettbewerb für sozialverantwortlichen Tourismus" zu veranstalten und weltweit auszuschreiben. Denn: Die Zukunft des Tourismus wird nicht zuletzt davon abhängen, ob er sich in den Zielgebieten in einer sozialverantwortlichen Form entwickelt.

Zum Wettbewerb können nur tourismusrelevante Projekte und Maßnahmen angemeldet werden, bei deren Planung und Realisierung die Einbeziehung unterschiedlicher Interessen und Bedürfnisse der ortsansässigen Bevölkerung durch Partizipation auf breiter Basis sichergestellt ist (z.B. durch Information, Befragungen, Diskussion, bei Ideen- und Entscheidungsfindung).

Darüber hinaus sollen folgende Aspekte Berücksichtigung finden:

Die zum Wettbewerb angemeldeten Maßnahmen/Projekte müssen mit den Prinzipien der Umweltverträglichkeit vereinbar sein. Darüber hinaus sind wirtschaftliche und institutionelle Maßnahmen/Mechanismen nachzuweisen, die die Nachhaltigkeit des Projektes/der Maßnahme gewährleisten.

Die Kriterien unterliegen einem ständigen Qualifizierungsprozess, sie werden von der Auswahljury und der Jury kontinuierlich auf ihre praktische Tauglichkeit überprüft.

Die Preisverleihung erfolgt im März jeden Jahres im Rahmen der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin. Damit werden die prämierten Projekte einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.